50 Jahre Mini - Jubiläumstreffen Kaprun 11.-14.05.2009
Minitreffen Kaprun 50 Jahre Jubiläum
Es erreichte mich, im Frühjahr, eine Einladung zu einem 50-Jahre-Mini Jubiläumstreffen in Kaprun. Ausgeschrieben von einem Szenefremden. „Na da hat sich wieder einer mal nicht ausreichend informiert“ dachte ich mir gleich. Denn das angesetzte Datum dafür war genau das Selbe wie jenes vom Vorarlberger Minitreffen.
Und genau so war es. Helmut Vötter, der Veranstalter des Treffens, und gleichzeitig Inhaber eines sehr tollen Oldtimermuseums und eines hervorragenden Hotels hatte sich wirklich nicht ausreichend informiert. Dies teilte ich ihm bei meinem Besuch im Mai mit. Denn wie es der Zufall wollte hatte ich geschäftlich in der Nähe zu tun und verband dies mit einem Tag Skifahren am Kitzsteinhorn und einer Übernachtung im besagten Hotel von Helmut Vötter.
Bei zwei bis drei gemütlichen Weißbieren steckte mich Helmut ab mit seiner Idee vom Jubiläumstreffen an und ich beschloss mich darum etwas zu kümmern.
Wie es schien fanden die Idee auch andere Mini-Enthusiasten nicht so schlecht denn es kamen 28 Minis zusammen um in Kaprun und am Großglockner den 50. Geburtstag des Minis zu feiern.
Angedacht war dass mich meine Familie zu diesem Treffen begleitet. Aber leider ergab es sich so dass Marion, meine Frau, arbeiten musste und Olivia, meine Tochter, eine Geburtstagsfeier ihrer Freundin dem Minitreffen vorzog.
Somit erübrigte sich für mich die Frage ob ich mit dem Anhänger anreise oder per Achse mit dem Mini fahre. Auch die Frage welchen Mini ich nehme hatte sich schnell erübrigt da nur einer, das Rennfahrzeug, gerade einsatzbereit war.
Kurzer Hand die „blauen“ Nummern rauf gegeben, das kleine Handgepäck verstaut und auf ging es Richtung Kaprun.
Kurzfristig bekam ich noch Geleitschutz von 2 Freunden. Einer mit Mazda MX5 und der Andere mit einer Lotus Elise begleiteten mich bis Hallein. Natürlich wurde nur auf Bundesstraßen gefahren. Es war der „Fronleichnam“ Feiertag an welchem es in jedem Kaff eine Prozession gab. Daraus wiederum ergab sich eine Situation welche mich schon zum Schmunzeln brachte. In einem Ort, gelegen an unserer „Hausstrecke“ der Großalm-Straße, war auch gerade die Prozession im Gange. Der Pfarrer hielt seine Predigt, alle Teilnehmer hörten dieser, teils mehr teils weniger interessiert, zu. Alle mit dem Rücken zur Straße ausgerichtet. Ich ließ den Mini im dritten Gang durch die Ortschaft tuckern. Nur, wie einige von euch sicher wissen ist so ein gerade verzahntes Getriebe nicht unbedingt das Leiseste und der Auspuff gab noch den Rest hinzu so dass sich ALLE frommen Zuhörer doch etwas von der Predigt abbringen ließen und sich ziemlich zeitgleich der Straße zuwandten um zu erspähen was denn hinter ihrem Rücken die Predigt des Herrn Pfarrers übertönt.
Ähnlich erging es uns in vielen weiteren Orten welche wir passierten.
In Hallein wurde meine Eskorte von Martin Sperl abgelöst welcher mit mir gemeinsam den restlichen Weg bis Kaprun zurück legte.
Leider erwischte uns in Hallein ein gewaltiger Platzregen. Dieser war zum Glück vor dem Hochkönig schon wieder Geschichte und wir konnte die Bergpassage in unseren Boliden auch so richtig genießen. Ab Saalfelden erwischte uns dann aber ein Dauerregen welcher bis Kaprun anhielt.
Am Ziel angekommen, waren wir natürlich nicht die ersten. Mit Sicherheit aber die ersten an der Bar. Dies sollte dann auch unser Stammplatz für das Wochenende werden.
Helmut Vötter hatte ein tolles Programm für das Wochenende vorbereitet. Dazu gehörte schon am Donnerstag die Flaggenparade mit der Entzündung des „Olympischen“ Feuers.
Am Freitag gab es eine spitzen Ausfahrt nach Maria Alm wo es Österreichs beste Strudeln gibt. Mit meinem Renngeschoß war es mir leider nicht möglich im Konvoi zu fahren. Daher beschlossen Martin und ich das Ziel über ein paar Umwege zu erreichen und hatten so ebenfalls ein tolles Fahrvergnügen.
Die Pause in Maria Alm wurde nicht nur zum Strudelessen genutzt sondern auch um einige Videoaufnahmen von diversen Minis in Fahrt zu machen. Diese Videos findet ihr, ebenso wie die Bilder, in unserer Bildgalerie.
Auch für den Rückweg suchten sich Martin und ich unsere eigene Strecke. Hier musste ich bereits dass erste Mal Wasser nachfüllen. Dachte mir aber noch nicht viel dabei.
Die späten Nachmittage wurden entweder im Spa-Bereich des Hotels verbracht oder auch mit ein paar Seiderl im Gastgarten. Abends gab es jeden Tag ein 4*** Dinner welches einen beinahe platzen lies.
Samstag war das Highlight des Wochenendes, die Fahrt auf den Großglockner mit dem Vorhaben am höchsten befahrbaren Punkt Österreichs mit unseren Minis die Zahl „50“ zu schreiben. Jeder half begeistert bei der Schlichtung der Minis mit. Das Ergebnis seht ihr auch in der Bildergalerie.
Dies war sicherlich ein einmaliges Erlebnis von welchem wir noch oft erzählen werden!
Selbstverständlich brauchen erfahrene Mini-Fahrer und Mini-Einparker nicht den ganzen Tag für diese Sache. Die 50 war schnell aufgestellt und von allen Perspektiven fotografiert. Weiters natürlich noch ein Gruppenfoto vor dem höchsten Berg Österreichs und schon verblieb uns der Rest des Tages um mit unseren Fahrzeugen die Berg und Straßenwelt des Glockners zu genießen. Wer uns kennt, der weis nun dass wir nicht nur einmal rauf und runter sind. Auch dieser Tag wurde wieder für einige schöne Videoaufnahmen genutzt.
Mein Mini wurde auch wieder mit Wasser, frisches Schmelzwasser, gefüllt. Jetzt machte ich mir schon etwas Sorgen. Aber mit dem frischen Wasser hielt er die Temperatur wieder anstandslos.
Schon nach den ersten Kurven am Weg runter waren die Sorgen wieder verflogen da der Spaßfaktor wieder Überhand nahm. Zu dritt jagten wir unsere Gefährte den Berg runter wie wenn wir auf der Flucht wären. Was müssen sich andere Verkehrsteilnehmer denken, wenn sie schon im ersten Gang mit rauchenden Bremsen der Berg runter schleichen und sie dann noch vor der Spitzkehre von drei Minis im Vollsprint überholt werden?
Ja, ich denke die Antwort wissen wir allen, sprechen sie aber nicht aus.
Am Weg raus von der Mautstelle nach Bruck bin ich auf eine Gruppe Porsche aufgelaufen. Einen nach dem Anderen überholte ich da sie nicht den Anstand machten etwas flotter zu fahren. Bis auf einen. Dieser leckte Blut und überholte ebenfalls den Rest des Trosses und legte mir ein Tempo vor. Allerdings bin ich der Meinung dass er, spätestens nach dem ich auch ihn in einer Rechtskurve außen, mit etwas überhöhtem Tempo, überholt habe, über eine Leistungssteigerung oder ein Fahrtraining nachdachte.
Dies sind die Momente in welchen man wieder die Bestätigung findet warum man Mini fährt und noch viel mehr Mini schraubt.
Den frühen Abend verbrachten wir wieder an der Bar um die Tagesgeschehnisse nochmals revue passieren zu lassen.
Nach dem ausgiebigen Abendessen gab es noch Musik und Tanz und natürlich ausreichend Benzingespräche welche seeeeehhr durstig machten.
Sonntags gab es, ziemlich zeitig in der Früh, eine Feldmesse in welcher unsere Fahrzeuge geweiht wurden. Bedingt durch den Schlussdienst an der Bar welchen Martin und ich am Vortag übernommen hatten, ist es erklärbar dass wir nur noch das Ende der Feldmesse, und dies nur vom Balkon aus, gesehen hatten.
Nach einem sehr üppigen Frühstück kamen die üblichen Verabschiedungszeremonien. Es waren viele alte Bekannte und Freunde beim Treffen. Aber auch viele neue Gesichter welche in diesen vier Tagen ebenfalls zu Bekannten und Freunden wurden.
Man könnte auch sagen dass sogar das gesamte Team des Hotels zu Freunden wurde. Denn als Freund fühlte man sich während des gesamten Aufenthaltes im Sporthotel Kristall der Familie Vötter.
An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön an das gesamte Team!
Der Heimweg führte Martin und mich nochmals über den Hochkönig. Wobei ich hier nochmals Wasser nachfüllen musste. In Adnet trennten sich unsere Wege. Ich nahm den Weg über die Postalm, Gosau, Bad Ischl und Gmunden nach Hause und musste auch hier nochmals Wasser nachfüllen. Spätestens hier wusste ich dass ich die Zylinderkopfdichtung erneuern sollte.
Aber es ist doch normal dass man nach einem Wochenende Mini fahren, hier sogar ein verlängertes Wochenende, wieder etwas am Mini schraubt.
Dieses wunderschöne Wochenende in Kaprun regt uns zur Überlegung an ob wir daraus nicht einen fixen Punkt auf unseren Jahreskalender machen. Zumindest alle 2 Jahre eine Glockner-Ausfahrt, wäre schon eine Überlegung wert!
Berni
B.M.C. of Austria
Geschrieben für den Classic Cars Sports Club
