Dolomitentour 2007

Nicht viele wagten diese Tour! Es war etwas besonderes. 900km quer durch Südtirol über unzählige Pässe! Wie ihr ja schon wisst, gehören Schwenti und ich schon zu den Bequemeren. Daher taten wir es uns nicht an schon mit dem Mini anzureisen, sondern verluden ihn auf den Anhänger und reisten so etwas bequemer. Da wir schon zeitig losfuhren hatten wir wirklich genügend Zeit. Schon wirklich brennend fixiert auf die Pässe überquerten wir dann, um uns etwas einzustimmen, schon mit unserem Gespann den Radstätter Tauern und den Katschberg. Beinahe hätte ich vergessen dass wir einen Hänger mitziehen. Dass haben sich auch jene gedacht die wir bergab überholten. Der Rest der Fahrt bis zu unserem Startort Bruneck verlief ereignislos. Am Abend trafen auch die restlichen Teilnehmer ein. Gemeinsam verkosteten wir natürlich noch ein paar Bierchen und den Südtiroler Wein. Am Samstag beim Frühstück teilten wir die Roadbooks aus. Alle Teilnehmer waren sogleich vertieft in diese. Dann ging es in 10 Minuten Intervallen los. Den 10 Minuten Start machten wir um ein hintereinander Fahren zu verhindern. Schwenti und ich starteten mit unserem Cooper S als letzte. Schon nach einigen KM kamen wir auf die Idee, da wir ja außer Konkurrenz fuhren, eine Abkürzung zu nehmen um die Anderen zu überholen und ein paar Fotos in Action zu erwischen. Also wählte wir eine Abkürzung über einen Pass. Auf der Karte war dies nur ein dünner Strich welcher als Fahrweg ausgewiesen war. Also nichts wie drüber. Die Strasse wurde immer kleiner und enger. Den Parkplatz wo alle PKW's der Wanderer abgestellt waren ließen wir hinter uns. Die Strasse wurde noch schmaler, der Asphalt dünner, die Steine mehr und schon war es nur noch Schotter. Weiter ging es bis zu einem Schranken. Da dieser offen stand haben wir auch das flankierende Fahrverbotsschild ignoriert. Denn wir hatten ja gerade zur anderen Seite die Gegend bewundert. Der Schotter wurde gröber, die Steine spitzer und die Wanderer mehr. Wir hatten wirklich zu tun um mit unseren Racing-Reifen den spitzen Steinen auszuweichen. Die verwunderten Blicke der Wanderer erwiderten wir mit einem unschuldigem Lächeln. Auf der Passhöhe gab es eine Schutzhütte. Wäre interessant zu wissen ob dort schon mal ein Auto war. Hinab ging es ebenfalls auf Schotter in ziemlich engen Serpentinen welche wir uns mit Mountainbikern teilen mussten. Nach mühevollen 1,5 Stunden, das zum Thema Abkürzung, wurde der Weg schön langsam wieder zur Strasse. Durch die Bäume konnten wir auch die Haupstrasse schon sehen. Doch abrupt wurden wir von einem Schranken, dieses mal geschlossen, gestoppt. Ausweichen war nicht. Drunter durch auch nicht. Umdrehen? Kommt nicht in Frage. Ja und wenn Englein reisen, wird sich alles weisen. Denn zum Glück hatte wer vergessen das Vorhängeschloss einzurasten! Daraus haben wir gelernt dass zur nächsten Tour ein Bolzenschneider im Gepäck ist. Wieder auf unserer Route hätten wir nicht gerechnet dass wir von den Anderen noch wen sehen. Doch es dauerte nicht lange ist uns schon einer entgegengekommen. Ja, das mit der Navigation ist so eine Sache. Der erste Tag führte uns hinunter bis Trento. Gröbere Vorfälle gab es nicht. Ein Mini hatte Bremsprobleme. Diese wurden in einer kleinen Werkstatt behoben so dass er zumindest weiterfahren konnte. Aber immer mit dem Bewusstsein dass doch die Klötze auch mal erneuert werden müssen. Ein anderer Mini wiederum, der Gelbe, musste bei Tagesende unbedingt die Radlager nachziehen da sich der Splint der Kronemutter bereits ziemlich aufgelöst hatte. Aber dass sind doch bei einem Mini nur Kleinigkeiten .... Am Abend ging es darum die Gegend kulinarisch kennen zu lernen. Vor allem die Weine. Der nächste Morgen begann mit einem fantastischen Frühstück und einer Bergstrasse welche uns bewies dass der Sonntag eben doch der Tag des Herrn ist. Gleich neben Trento ging es auf einer schön ausgebauten Bergstrasse mit so ungefähr 15 Haarnadelkurven hinauf in den Sonnenschein. Und dass ohne Gegenverkehr. Eine Strasse welche wir nächstes Jahr hoffentlich auch wieder fahren werden. Auch am Sonntag ging es den ganzen Tag wieder ordentlich zur Sache. Ich denke mal wir sind so ziemlich jeden Pass gefahren den man nur fahren konnte. Jeden mit Vollgas rauf und auch mit Vollgas wieder runter. Die Crabonmetallic-Bremsklötze konnten so richtig ihr Können unter Beweis stellen. Nichts konnte uns Bremsen. Auch nicht die Motorradfahrer welche es nicht schnallten als wir bergab auch noch zum Überholen ansetzten. Sogar das Stilfserjoch mit seinen 49 Kurven fuhren wir so hinunter. Voll Beschleunigen und vor der Kurve wieder voll Bremsen. Und dass von einer Kurve bis zur Nächsten. Nach 6 Kehren bremste uns leider ein holländisches Wohnmobil etwas ein so dass wir ein paar Kehren hinter diesem nachfahren mussten. Ok, war nicht schlimm. Schlimm war nur dass uns dieser Klotz den Kühlwind nahm. Und zwar den Kühlwind für die Bremsen. Denn schon im nächsten Moment stieg ich bei der Bremse ins Leere! Schwenti bekam dass natürlich mit. Spätestens als ich mit durchgetretenem Bremsfuß auch noch zur Handbremse griff und dies unserer Geschwindigkeit auch keinen Einhalt bot. Er hatte in diesem Moment mindestens so große Augen wie ich und stemmte sich dabei so in den Sitz als wollte er das Bodenblech durchtreten um mitzubremsen. Bei mir lief schon eine Rechenmaschine was die folgende Kontaktbremsung nicht für einen Schaden verursachen würde. Doch im letzten Moment, so zirka 40-50cm vor dem Kontakt, griff die Bremse wieder und wir konnten die Berührung vermeiden. Eine Pause war das Nächste. Nicht nur der Bremse wegen sondern auch für die Beruhigung der Nerven. Nach dem Stilfserjoch fuhren wir noch den Jaufenpass. Und danach sollten noch zwei Pässe folgen. Diese wollten wir uns aber nicht mehr antun und kürzten ab. Denn Schwenti hatte für den zweiten Tag heiße 600km geplant von denen wir aber "nur" 450 schafften (Weicheier !!!). Somit waren es in 2 Tagen sagenhafte 900km kreuz und quer durch Südtirol. Unvergessliche 900km! Unser Mini war brav und lies uns nicht im Stich. Nicht so unser Anhänger. Denn am Heimweg, noch in Sterzing, zerplatzte ein Reifen am Hänger. Am Freitag besprachen wir noch dass dies die letzte Fahrt ohne Reserverad sei. Und wenn man vom Teufel spricht,......... Den nächsten Reifen mit dieser Dimension gab es erst in Wörgl. Lächerliche 100km entfernt. Der Händler war so nett dass er ihn nach Innsbruck liefern lies wo wir ihn 3 Stunden später abholen konnten. Und Innsbruck war zumindest nur 50km entfernt. Der Reifen, mit Deppenaufschlag, kostete auch "nur" €135.-. Ja, wer nicht rechtzeitig daran denkt. Aber eines ist sicher, die Dolomitentour des Classic Cars Sports Club wird es auch 2008 wieder geben. Bis dahin viel Spaß mit euren Klassikern! Berni