Wintertourenfahrt 2004

Wintertourenfahrt 2004 - Das Erlebnis!

Eine Oldtimerausfahrt im Winter ist etwas ganz besonderes! Bei einem Preis von €95 pro Fahrzeug inkl. Abendbuffet auch für jeden leistbar.

Wie in der Ankündigung auf unserer Website schon berichtet haben wir unsere 3 Fahrzeuge intensiv auf diese Fahrt vorbereitet. Alle 3 Teams, bestehend aus Bernhard Humer mit Charly Gstettner, Christian Schwentner mit Richi Kreindl, Michael Kaufmann mit Marcel Knafelc, haben sich schon seit der Anmeldung auf diese Veranstaltung gefreut.

Eigentlich wäre ja ein viertes Mini Team vorgesehen gewesen. Doch leider konnten Michael Schellenberger mit Freundin Carola wegen defekter Bremse nicht teilnehmen. Das Wolseley Team kam eher kurzfristig zu Stande. Denn gedacht war eigentlich das Michael als Co bei Schwenti mitfährt. Durch eine Bemerkung meinerseits, ob Michael nicht mit seinem Wolseley mit fahren wolle ergab sich für Charly und mich noch ein ziemlicher Stress.

Der Wolseley befand sich nämlich in unseren Händen zur Reparatur und Typisierung. Und Michael gefiel die Idee zur Teilnahme sehr gut. Wir schafften die Typisierung noch 3 Tage vor der Veranstaltung. Michael erlebte dann noch so einiges bei der Anmeldung. Er wird darüber selbst ein paar Worte schreiben.

Neben dem Wolseley mussten wir natürlich auch unsere beiden Minis Winterfest machen. Aber mehr als einen Ölwechsel und ein bisschen Hohlraumschutz ist ja nicht nötig. Das dachten wir zumindest. Na immerhin waren wir nach doch einigen Tagen fertig.
Kurzfristig entschlossen wir uns dann auch noch doch schon am Freitag nach Enzersfeld zu fahren um nicht am Samstag den Druck der frühen Anreise zu haben.

Unsere Vorarlberger Freunde reisten also auch schon am Freitag mit ihrem Mercedes LKW an und bemerkten 5 Km vor der Raststation Lindach dass auch der Diesel mal ausgehen kann. Also mussten wir schon vor der Winterfahrt Pannenhilfe leisten. Und dass bei einem Mercedes.

Unseren grauen Retro Cooper S verluden wir auf den Anhänger. Schwentis Mini und der Wolseley machten die Anreise auf Achse.
Die ersten Probleme kamen auch schon bald auf der Autobahn. Beim Wolseley gab eine Kerze den Geist auf und auch der Öldruck machte uns sehr große Sorgen! Nur noch knapp 3 kg/cm2. Bei Ankunft in Enzersfeld waren es nur noch 2,5! Auch der Benzinverbrauch mit dem 1100er von ca. 18 Liter war nicht von schlechten Eltern!

Auf Grund des Öldruckes gaben wir dem Vorarlberger Team Anweisung bei Motorschaden während der Rally einfach das nächste Gasthaus anzusteuern und dort auf uns zu warten. Im Wirtshaus wurde nach Ankunft noch ordentlich eingeschnitten und auf den morgigen Tag angestoßen. Nach der Sperrstunde wurde noch im Zimmer mit einigen Bieren weiter diskutiert. Bis 2 Uhr früh. Dies war bei einer Tagwache um 6 Uhr doch etwas zu lange.

Nach dem Frühstueck wurden mal die Minis „geweckt“. Ich denke ich brauche nicht erwähnen dass dies bei vielen Graden unter Null nicht so einfach war. Meinen mussten wir mit dem VW Bus anschleppen und auch Schwentis machte es nur mit dem Startgerät. Einzig der Wolseley sprang ohne Probleme an. Vielleicht war dies bedingt durch den schlechten Öldruck.

Nach dem alle Mini liefen und wir uns versicherten dass sie auch nach dem Abstellen wieder anspringen ging es zur Anmeldung. Das erhaltene Roadbook wurde sofort aufs Genaueste studiert. Erleichtert waren wir bei der Feststellung dass keine Tücken eingearbeitet wurden.

Durch etwas Benzingeflüster mit einigen „Konkurrenten“ noch stimuliert begaben wir uns zur technischen Abnahme. Diese bestand lediglich aus der Kontrolle ob auch Winterreifen montiert sind. Anschließend gab es noch die Fahrerbesprechung.

20 Minuten vor Start bemerkten wir noch dass unsere Tankanzeige nicht wirklich dass anzeigte was im Tank sein sollte. Die Anzeige war beinahe auf Voll, der Tank jedoch war fast leer. Also noch schnell 4 Km zur nächsten Tankstelle, voll Tanken und retour. Alles im Zeitplan! Der Tankanzeige dürfte es eindeutig zu kalt gewesen sein. Doch mit einem vollen Tank brauchen wir uns ja nun keine Sorgen mehr zu machen. Mit zwei Tanks (links und rechts) und gesamt 45 Liter Inhalt sollten sich doch leicht 360 Km ausgehen.

Außerdem waren wir auch schon kurz vor dem Start. Mein Co, Charly, erhielt noch eine Kurzeinschulung am neuen Tripmaster (Rallycomputer). Gestartet wurde nach Startnummern.

Es herrschte Sonnenschein bei den bereits erwähnten Graden unter Null. Ein optimaler Tag für eine Winterausfahrt! In gemäßigtem Tempo begaben wir uns auf die Strecke. Nur nicht zu schnell da laut Roadbook auf einigen Stellen die Durchschnittsgeschwindigkeit kontrolliert wird. Und außerdem hat man ja bei solchen Oldtimerfahrten immer genügend Zeit. Charly gab Anweisungen laut Roadbook und Tripmaster.

Schon bald ging es über Feldwege welche man sonst nie befahren würde. Aber schon bei der Fahrerbesprechung wurde uns mitgeteilt dass wir dem Roadbook vertrauen sollen auch wenn wir keine Strasse sehen. Bis zur ersten Zeitkontrolle bewegten wir den Mini auf wirklich tollen Strassen und Wegen und hatten auch genügend Zeit vor der Einfahrt zur Zeitkontrolle. Etwa 15 Minuten hatten wir zu warten bevor wir in der vorgegebenen Zeit einfahren durften.

Was uns etwas stutzig machte war das Fehlen von Schwenti und Co welche nur eine Minute hinter uns gestartet waren. Eine Minute vor unserer Zeit preschten sie vor und fuhren vor uns in die Zeitkontrolle. Dies verwunderte und doch sehr da sie ja eine Minute hinter uns einfahren sollten. Beinahe hätten sie uns dadurch verwirrt.

Doch unbeeinflusst von deren Ablenkungstaktik fuhren wir zur korrekten Zeit ein und begaben uns auf die zweite Etappe welche uns auch wieder über eine hervorragende Streckenwahl zur Autocrossstrecke nach Hollabrunn führte. Am Weg dorthin wurden wir über einen kurzen Abschnitt vom Team Schwenti-Richi verfolgt. Bei einer gefinkelten Abbiegungskombination verloren wir Sie jedoch bald wieder aus den Augen. Schadenfroh wie wir sind dachten wir natürlich sofort an Orientierungsfehler dieses Teams.

Wie sich jedoch später herausstellen sollte hatte dieses Team mehrere Handicaps. Zum einen hatte der Tripmaster, eingebaut von Schwenti selbst, Kontaktfehler und zum anderen reagierte der Navigator Richi auf die intensiven Benzin- und Abgasgerüche in Schwentis Mini mit ebenso intensiven Gesprächen mit dem Kanalamt zu welchen ein sofortiges Anhalten notwendig war.

Das Wolseley Team hatte bereits in der ersten Etappe einen Ausritt ins Feld welcher durch die glückliche Positionierung eines Fotografen auch sehr schön festgehalten wurde. An der Autocrossstrecke gab es eine Sonderprüfung. Es war eine Runde auf Zeit zu fahren. Eine etwas Material beanspruchende Sache. Aber ein großer Spaß.

Weiter ging es dann wieder über Strassen und Wege bis ins tiefste Waldviertel. Dort erwartete uns auch endlich der versprochene Schnee und die vereisten Strassen. Die Challenge bei dieser Etappe war die Pause mit Essen am Ende der Zeitwertung. Je schneller man war desto länger konnte man Pause machen. Nach dem sehr guten Essen war auch der Nachmittag schon sehr fortgeschritten und es begann zu Dämmern. Die erste Nachtetappe begann. Diese führte uns wieder über vereiste Strassen durchs Waldviertel. Auch der Seiberer war auf dieser Etappe zu bezwingen. Laut Roadbook jedoch mit einer vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 Km/h. Doch wer kann diese schöne kurvenreiche Strecke schon mit diesem Tempo fahren? Wir sicher nicht. Also mal ordentlich drauf gedrückt. Das selbe dachte sich auch ein Teilnehmer mit seiner Alfa Giulia. Es machte ordentlich Spaß den Alfa etwas anzutreiben.

Auf den steilen Stücken bergab sah man auch die eine oder andere Stelle wo jemand die Leitschienen geküsst hat. Wer einer davon war sollte sich auch bald heraus stellen.

Irgendwo in der Waldviertler Pampa fing dann unser Mini zu Stottern an und starb ab. Was wird dass wohl gewesen sein? Kann doch nicht das Benzin aus sein nach 220 km. Das wäre ja ein Verbrauch von 20,5 Liter auf 100 km. Ja, wir sind eines Besseren belehrt worden. Im Winter bei Minusgraden und unserer Fahrweise braucht er eben doch etwas mehr.

Zum Glück hatten wir ja den Reservekanister vorher noch aufgefüllt. Und wie es der Zufall will kreuzt genau in dem Zeitpunkt als wir Benzin nachfüllen das Wolseley Team unseren Weg. Also können wir unser Missgeschick nicht einmal Geheim halten. Nur was macht man in der tiefsten Pampa mitten in der Finsternis bei einem Verbrauch von 20 Liter wenn man keine Ahnung hat wo man ist und wo die nächste Tankstelle ist.

Richtig, man fährt etwas sparsamer. Nach weiteren 12 Km kamen wir zur nächsten Zeitkontrolle. Wie gewohnt fahren wir rechts ran um die Zeit abzuwarten. Charly meinte noch dass wir bereits über der Zeit sind. „Gibt es nicht“ war meine Antwort. „Haben wir uns sicher verrechnet“. Nach nochmaliger Kontrolle wurden wir wieder einmal eines besseren belehrt. Wir waren einfach zu langsam. Und dass obwohl wir großteils ordentlich angedrückt haben.

Nach weiteren 3 Km kamen wir endlich zu einer Tankstelle. Leider keine SB. Somit verloren wir 10 Minuten mit Tanken. Den Rest der Wertungsprüfung legten wir in wirklich horrendem Tempo zurueck. Ohne Rücksicht auf Ortsdurchfahrten und Beschränkungen. Das Roadbook führte uns wieder über vereiste Strassen und Wege, Schotterpisten und Feldwege bei welchen wir nur noch in den Spurrillen rutschten ohne lenken zu können. Einfach ein Wahnsinn, Einfach toll! Leider war der Zeitverlust vom Tanken nicht mehr zum Aufholen. Bei der Zeitwertung waren wir einige Minuten drüber.

Auch die letzte Etappe über weitere 56 km wurde noch abgespult. Natürlich wieder was das Zeug hergab. Ein Jaguar XJS welcher vor uns fuhr überprüfte auch unsere Reaktion. Durch einen kurzen Blick auf den Tripmaster war ich etwas abgelenkt und übersah dass der Jaguar vor mir bremste. Auf der vereisten Strasse war nicht wirklich mit einem Stoppen unseres Minis zu rechnen. Der Jaguarpilot merkte dies zum Glück noch rechtzeitig und fuhr ein paar Meter vor. So konnte ich den Mini noch nach rechts verreißen. An dieser Stelle nochmals danke an den Jaguarpiloten!

Um 20:44, 10 Minuten vor der Zeit, liefen wir dann bei freier Einfahrt im Ziel ein! 9 Stunden und 20 Minuten inkl. Pause. Eine sehr anstrengende Fahrt!

Der Wolseley war auch schon im Ziel und er war einer der die Leitplanke geküsst hat! Das dritte Team, Schwenti/Richi kamen mit einer Stunde Verspätung ins Ziel. Dennoch lagen Sie noch vor dem Wolseley. Wahrscheinlich bedingt durch deren Auslassung einer Stempelkontrolle.

Nach dem Abendbuffet gab es noch die Siegerehrung. Und wir bekamen alle eine Medaille! Das Team Berni/Charly Silber. Die beiden anderen Teams je Bronze. Die Wertung erfolgte nach Strafpunkten. Je nach Punkteanzahl bekam jeder Teilnehmer Gold, Silber oder Bronze.

So gefreut auf das Bett wie nach dieser Fahrt habe ich mich schon lange nicht mehr! Am Sonntag nach dem Frühstück begaben wir uns wieder auf die Heimreise. Dieses Mal jedoch mit dem Wolseley am Anhänger.

Ich möchte hier auch noch meinen Dank an die Veranstalter für diese absolut gelungene Veranstaltung aussprechen!